
Hier sieht man Bruder Justus und Rikchen
Zu zweit in einer Wanne sitzchen.
Die liebe Mama geht; – und gleich
Da treibt man lauter dummes Zeug.

Denn Reinlichkeit ist für die zwei
Am Ende doch nur Spielerei. –

Jetzt will die Rike beim Untertauchen
Nur ihren einen Finger brauchen.
Natürlich läuft ihr was ins Ohr,
Dem Justus kommt dieses lustig vor.

Das ärgert aber Schwester Rikchen,
Drum fängt sie an den Justus zu spritzchen.
Doch der mit seiner großen Zehe
Tut Rikchen an der Nase wehe;
Dafür taucht Rike den Kopf ihm nieder,
Was so im Wasser sehr zuwider.

Justus aber zieht an Rikchens Bein;
Die zappelt sehr und kann nicht schrein.
In Mund und Auge, zornentbrannt,
Greift jetzt die rachbegier'ge Hand.
Die Wanne wird zu enge
Für dieses Kampfgedränge.

Perdatsch!! – Die liebe, gute Mama
Kommt leider grad in diesem Gange.
Sie spricht voll Würde und voll Schmerz:
»Die Reinlichkeit ist nicht zum Scherz!!«

Und die Moral von der Geschicht':
Bad' zwei in einer Wanne nicht!
Quelle:
Wilhelm Busch